Ein Content Audit ist die Inventur und Qualitätsprüfung aller Inhalte einer Website: Jede URL wird erfasst, mit Leistungsdaten abgeglichen und bewertet. Am Ende steht eine priorisierte To-do-Liste mit Quick Wins und langfristigen Maßnahmen. Der sofortige erste Schritt ist simpel: Starten Sie einen Crawl Ihrer Website und legen Sie eine URL-Tabelle an, alles Weitere baut darauf auf.
Kurz gesagt:
- Grenzen Sie vor dem Crawlen den Umfang auf die gesamte Website, einen Unterordner oder einzelne Inhaltstypen ein und gleichen Sie Sitemap, Crawler sowie Google Search Console ab.
- Überarbeiten Sie Seiten mit vielen Suchzugriffen, aber kurzer aktiver Nutzungszeit und niedriger Interaktionsrate; Seiten mit wenig Besuchern, jedoch starken externen Verweisen, verdienen gezielte Suchmaschinenoptimierung.
- Bewerten Sie Aktualität, Relevanz und Nutzerwert zusätzlich zu Kennzahlen im Team, damit strategisch wichtige Seiten trotz geringer Besucherzahlen nicht vorschnell gelöscht werden.
- Priorisieren Sie nach Wirkung und Aufwand: Optimieren Sie zuerst gut platzierte Seiten mit niedriger Klickrate und leiten Sie jede gelöschte Adresse thematisch passend weiter.
- Führen Sie mindestens einmal jährlich ein vollständiges Audit durch; zwischen den Durchläufen genügen kleinere Prüfungen einzelner Bereiche wie Blog oder Produktseiten.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Content Audit? Zweck, Ziele und der richtige Zeitpunkt
- Kurzüberblick: Der Ablauf in sechs Schritten
- Schritt 1: Content-Inventar erstellen, crawlen und Tabelle anlegen
- Schritt 2: Quantitative Metriken auswerten und richtig deuten
- Schritt 3: Qualitative Bewertung mit ROT und ARA
- Schritt 4: Auswertung und Priorisierung mit Matrix und Farbcode
- Tools und Datenquellen für ein zuverlässiges Audit
- Checkliste und Vorlage für das eigene Content Audit
- Umsetzung planen: Zeitrahmen, Rollen und Quick-Win-Strategie
- Perspektive: Wie wir Content Audits bei Urbanee angehen
- Was ein gutes Audit wirklich ausmacht
- Unterstützung bei der Umsetzung Ihres Content Audits
- FAQ
- Quellen
Was ist ein Content Audit? Zweck, Ziele und der richtige Zeitpunkt
Ein Content Audit besteht aus zwei Ebenen. Die quantitative Ebene erfasst, was überhaupt existiert: URLs, Metadaten, Traffic-Zahlen. Die qualitative Ebene bewertet, wie gut diese Inhalte tatsächlich funktionieren, aus Sicht der Nutzer und aus Sicht der Suchmaschine. Nach der Definition von OMT ist ein Content Audit genau diese Kombination aus Inventur und Leistungsbewertung, mit dem Ziel, Stärken und Schwächen sichtbar zu machen und daraus strategische Maßnahmen abzuleiten.
Ein Audit lohnt sich nicht ständig, aber zu bestimmten Anlässen fast immer. Typische Auslöser sind:
- Der organische Traffic sinkt spürbar, ohne erkennbaren Grund.
- Ein Website-Relaunch oder CMS-Wechsel steht bevor.
- Viele Seiten sind bereits lange nicht überarbeitet worden.
- Die Content-Strategie wird neu ausgerichtet, etwa nach einer Content-Strategie-Entwicklung für ein neues Geschäftsfeld.
- Eine Fusion oder Markenüberarbeitung bringt doppelte oder widersprüchliche Inhalte mit sich.
Wir empfehlen, mindestens einmal jährlich ein vollständiges Audit durchzuführen, und zwar unabhängig davon, ob gerade ein konkreter Anlass vorliegt. Zwischen den großen Durchläufen helfen kleinere, themenbezogene Checks, etwa nur für den Blog oder nur für Landingpages.
Wichtig ist, den Scope vorher einzugrenzen. Ein Audit über eine gesamte Website unterscheidet sich stark von einem Audit, das sich auf einen Blog konzentriert. Wer den Umfang nicht vorab klärt, verliert sich schnell in Details, statt zu priorisierten Ergebnissen zu kommen. Legen Sie also vor dem ersten Crawl fest: Geht es um die gesamte Domain, einen Subfolder oder einen bestimmten Content-Typ wie Ratgeberartikel oder Produktseiten?
Kurzüberblick: Der Ablauf in sechs Schritten
Bevor wir in die Details gehen, hier die Struktur des gesamten Prozesses:
Ziele definieren: Was soll das Audit herausfinden, sinkender Traffic, veraltete Inhalte, SEO-Potenzial? Inventar erstellen: Alle URLs crawlen und in einer Tabelle erfassen. Quantitativ analysieren: Traffic, Klickrate, Interaktionsrate und weitere Messwerte zuordnen. 4. Qualitativ bewerten: Inhalte nach Relevanz, Aktualität und Nutzerwert einstufen. Priorisieren: Ergebnisse in eine Matrix aus Wirkung und Aufwand einordnen. Maßnahmen umsetzen: Löschen, überarbeiten, zusammenführen oder optimieren.
Jeder Schritt liefert eine konkrete Zwischenergebnis-Ebene: Nach dem Inventar haben Sie eine vollständige URL-Liste, nach der quantitativen Analyse eine Datenspalte pro Metrik, nach der qualitativen Bewertung eine Einstufung pro Seite, und nach der Priorisierung eine fertige Aufgabenliste mit Reihenfolge. Diese Abfolge verhindert, dass man vorschnell einzelne Seiten löscht, ohne die Datenlage zu kennen, ein häufiger Fehler bei Audits ohne klare Struktur.
Schritt 1: Content-Inventar erstellen, crawlen und Tabelle anlegen
Das Inventar ist die Grundlage für alles Weitere. Ohne eine vollständige, saubere URL-Liste lässt sich keine verlässliche Bewertung vornehmen.
Crawling-Quellen kombinieren. Die XML-Sitemap allein reicht selten aus, weil sie oft nicht aktuell gepflegt wird oder bestimmte Seitentypen ausschließt. Ein Crawler wie Screaming Frog SEO Spider durchsucht die Website strukturell und findet auch Seiten, die nicht in der Sitemap gelistet sind. Ergänzend lohnt sich ein Abgleich mit der Google Search Console, um indexierte URLs zu sehen, die der Crawler eventuell übersehen hat.
Nach dem Crawl exportieren Sie die URL-Liste in eine Tabelle, Google Sheets oder Excel reichen für die meisten Projekte vollkommen aus. Bei sehr großen Websites lohnt sich eine Datenbank-Lösung oder ein spezialisiertes Audit-Tool, das Filterung und Massenbearbeitung erleichtert.
Folgende Spalten sollte jede Inventar-Tabelle mindestens enthalten:
- URL: die vollständige, finale Adresse der Seite.
- Titel und Meta-Description: zur schnellen inhaltlichen Einordnung.
- Statuscode: um technische Probleme direkt sichtbar zu machen.
- Veröffentlichungsdatum: hilft bei der Einschätzung der Aktualität.
- Primärer Kanal: organisch, Social Media, E-Mail, Direktzugriff, als Hinweis auf die Hauptfunktion der Seite.
- Content-Typ: Blogartikel, Landingpage, Produktseite, Kategorieseite.
Ein häufiger Stolperstein sind URL-Parameter, etwa bei Filterfunktionen oder Tracking-Links. Diese erzeugen oft Dutzende Varianten derselben Seite, die das Audit unnötig aufblähen. Prüfen Sie, ob Canonical-Tags korrekt gesetzt sind, und bereinigen Sie die Liste um reine Parameter-Duplikate, bevor Sie mit der Analyse beginnen. Ebenso wichtig: die Indexierbarkeit. Seiten, die per robots.txt oder Meta-Tag von der Indexierung ausgeschlossen sind, gehören zwar ins Inventar, benötigen aber eine andere Bewertung als öffentlich sichtbare Seiten.
Bei wiederkehrenden Audits lohnt sich Automatisierung: Ein regelmäßiger Crawl-Export, verknüpft mit einem Skript oder einer Google-Sheets-Erweiterung, kann neue und entfernte URLs automatisch markieren. Das spart bei jedem weiteren Durchlauf erheblich Zeit.
Profi-Tipp: Exportieren Sie den Crawl direkt nach Content-Typ gefiltert, das erleichtert die spätere Zuordnung zu unterschiedlichen Bewertungskriterien erheblich.
Schritt 2: Quantitative Metriken auswerten und richtig deuten
Nach dem Inventar folgt die Zahlenbasis. Hier entscheidet sich, welche Seiten überhaupt eine nähere Prüfung wert sind.
Die wichtigsten Metriken für ein Content Audit sind:
- Organischer Traffic: zeigt, wie viele Besucher über Suchmaschinen kommen.
- Klickrate (CTR): verrät, ob Titel und Snippet in den Suchergebnissen überzeugen.
- Interaktionsrate und Absprungrate: geben Auskunft über das Nutzerverhalten auf der Seite selbst.
- Engagement Time: misst, wie lange eine Seite aktiv im Vordergrund genutzt wurde.
- Conversions: zeigen, ob die Seite ihr eigentliches Ziel erreicht, Kauf, Formular, Newsletter-Anmeldung.
- Backlinks: signalisieren externe Relevanz und Autorität einer Seite.
In GA4 sind Interaktionsrate und Absprungrate zentrale Messwerte zur Beurteilung des Nutzerverhaltens: Die Interaktionsrate gibt den Anteil der Sitzungen mit einer Interaktion an, die Absprungrate ist ihr Gegenstück. Beide Werte sind in Standardberichten nicht immer automatisch sichtbar, sie müssen teilweise erst über die Berichtsanpassung eingeblendet werden.
Ergänzend erfasst GA4 das Nutzer-Engagement in Millisekunden: Das ist die Zeit, in der eine Seite aktiv im Vordergrund des Bildschirms war. Diese Rohmetrik bildet die Grundlage für abgeleitete Engagement-Kennzahlen in Standard- und individuell angepassten Berichten.
Hohe Interaktionsrate in Kombination mit niedrigem Engagement-Wert ist eine Metrik-Kombination, die in GA4 direkt auswertbar wird, sobald beide Werte nebeneinander im Bericht erscheinen.
Interessant wird es bei der Kombination mehrerer Metriken. Eine Seite mit hohem Traffic, aber kurzer Engagement Time und niedriger Interaktionsrate, erreicht zwar Leser, verliert sie aber schnell wieder, ein klares Signal für Überarbeitungsbedarf bei Struktur oder Inhalt. Eine Seite mit wenig Traffic, aber überdurchschnittlicher Engagement Time und soliden Backlinks, ist dagegen oft ein unterschätztes Stück Inhalt, das durch gezielte SEO-Maßnahmen deutlich mehr Sichtbarkeit verdient hätte. Solche Muster lassen sich erst erkennen, wenn alle Metriken nebeneinander in derselben Tabelle stehen.
Schritt 3: Qualitative Bewertung mit ROT und ARA
Zahlen allein erklären nicht, warum eine Seite funktioniert oder nicht. Die qualitative Bewertung ergänzt die quantitative Analyse um eine inhaltliche Einschätzung.
Zwei Bewertungsrahmen haben sich dafür etabliert. ROT steht für Redundant, Outdated, Trivial, also Inhalte, die sich mit anderen Seiten überschneiden, veraltet sind oder keinen echten Mehrwert bieten. ARA fragt nach Aktualität, Relevanz und Angemessenheit, also danach, ob ein Inhalt noch zeitgemäß ist, zur aktuellen Strategie passt und in Form und Tiefe zur Suchintention passt. Beide Rahmen werden in der Praxis-Anleitung von OMT als gängige Bewertungsmethoden für die qualitative Phase eines Audits beschrieben.
Über ROT und ARA hinaus lohnt sich ein Blick auf weitere Kriterien:
- Nutzermehrwert: Beantwortet die Seite die Frage, die sie zu beantworten vorgibt, vollständig?
- Suchintention: Passt der Inhalt zur Absicht hinter dem Suchbegriff, informativ, transaktional oder navigierend?
- Format: Ist Text, Bild oder Video die richtige Darstellungsform für dieses Thema?
- Markenfit: Spiegelt der Ton die eigene Positionierung wider?
- Sprachliche Qualität: Stimmen Stil, Lesbarkeit und Fehlerfreiheit?
Praktisch lässt sich das in der Tabelle als eigene Spalte je Kriterium abbilden, etwa mit einer einfachen Bewertungsskala oder direkt als ROT/ARA-Kürzel pro Zeile.
Profi-Tipp: Bewerten Sie qualitative Kriterien immer im Team, unabhängige Einschätzungen pro Seite verhindern, dass eine einzelne Meinung die Priorisierung verzerrt.
Schritt 4: Auswertung und Priorisierung mit Matrix und Farbcode
Sind Inventar, Zahlen und qualitative Einstufung zusammengeführt, folgt der entscheidende Schritt: die Priorisierung. Ohne sie bleibt ein Audit eine lange Tabelle ohne Richtung.

Bewährt hat sich eine einfache Matrix aus Wirkung und Aufwand. Jede Seite wird in eine Kategorie eingeordnet:
Hohe Wirkung, geringer Aufwand: sofort umsetzen, das sind die Quick Wins. Hohe Wirkung, hoher Aufwand: strategisch einplanen. Geringe Wirkung, geringer Aufwand: bei Gelegenheit erledigen, aber nicht priorisieren. 4. Geringe Wirkung, hoher Aufwand: meist streichen oder zurückstellen.
Ein Farbcode macht diese Einteilung in der Tabelle sofort sichtbar: Rot für Löschkandidaten, Orange für Überarbeitungsbedarf, Grün für Seiten, die bereits gut funktionieren und nur punktuelle Optimierung brauchen.
Aus der Priorisierung ergeben sich klare To-do-Kategorien. Löschen betrifft Seiten ohne Traffic, ohne Backlinks und ohne strategischen Wert, hier muss ein Redirect-Plan auf eine thematisch passende Seite feststehen, bevor gelöscht wird. Überarbeiten gilt für Seiten mit Potenzial, aber veralteten Informationen oder schwacher Struktur. Bündeln betrifft mehrere dünne Seiten zum gleichen Thema, die sich zu einem starken Beitrag zusammenführen lassen. Snippet-Optimierung zielt auf Seiten mit gutem Ranking, aber schwacher Klickrate, hier reicht oft schon ein neuer Titel oder eine neue Meta-Description.
Jede Zeile in der Tabelle sollte zusätzlich eine Spalte für Verantwortlichkeit und eine grobe Aufwandsschätzung in Stunden oder Tagen enthalten, das erleichtert die spätere Umsetzungsplanung erheblich.
Tools und Datenquellen für ein zuverlässiges Audit
Ein Content Audit steht und fällt mit der Qualität der zugrunde liegenden Daten. Verschiedene Toolkategorien decken die wichtigsten Anforderungen ab:
- Crawler: Screaming Frog oder vergleichbare Tools für die vollständige URL-Erfassung.
- Tabellen und Automatisierung: Google Sheets oder Excel, ergänzt um Skripte für wiederkehrende Audits.
- SEO-Tools: liefern Rankingdaten, Suchvolumen und Wettbewerbsvergleiche zu einzelnen Seiten.
- Backlink-Analyse: zeigt, welche Seiten externe Autorität mitbringen, die bei einer Löschung verloren ginge.
GA4 verdient dabei besondere Aufmerksamkeit, weil viele Nutzer die verfügbaren Messwerte nicht vollständig ausschöpfen. Neben Interaktionsrate und Engagement Time erfasst GA4 eine Reihe von automatisch erfassten Ereignissen, etwa page_view, session_start oder file_download, inklusive Parametern wie Seiten-URL und Engagement-Zeit in Millisekunden. Diese Parameter lassen sich in individuell angepassten Berichten als zusätzliche Spalten einblenden, was die Verbindung zwischen Content Audit und Analytics deutlich enger macht als in älteren Analytics-Versionen.
Bei der Datenqualität lohnt ein kritischer Blick auf den Betrachtungszeitraum: Ein Vergleich längerer Zeiträume gleicht saisonale Schwankungen besser aus als ein reiner Monatsvergleich. Und wenn Daten aus mehreren Quellen zusammengeführt werden, etwa GA4-Werte neben Daten aus einem SEO-Tool, sollte die URL als gemeinsamer Schlüssel exakt übereinstimmen, inklusive oder exklusive Schrägstrich am Ende, sonst entstehen beim Zusammenführen stille Datenlücken.
Profi-Tipp: Legen Sie vor dem Zusammenführen mehrerer Datenquellen fest, welche URL-Schreibweise als Standard gilt, das erspart mühsames Nacharbeiten bei der Tabellenverknüpfung.
Checkliste und Vorlage für das eigene Content Audit
Eine funktionierende Audit-Vorlage braucht nicht viele Spalten, aber die richtigen. Folgende Struktur deckt die meisten Projekte ab:
- URL, Titel, Meta-Description: Basisidentifikation der Seite.
- Statuscode, Canonical, Indexierbarkeit: technische Grundprüfung.
- Veröffentlichungs- und Aktualisierungsdatum: Einschätzung der Aktualität.
- Organischer Traffic, CTR, Interaktionsrate, Engagement Time: quantitative Leistungsdaten.
- ROT/ARA-Einstufung: qualitative Bewertung in Kurzform.
- Priorität (Wirkung × Aufwand): Einordnung in die Matrix.
- Maßnahme und Verantwortlichkeit: konkrete nächste Schritte mit Zuständigkeit.
Die Farbcode-Legende bleibt bewusst einfach: Rot markiert Löschkandidaten, Orange steht für Überarbeitungsbedarf, Grün für Seiten, die weitgehend in Ordnung sind. Beim Löschen gilt eine feste Regel: Jede entfernte URL erhält eine 301-Weiterleitung auf eine thematisch passende Seite, niemals eine Weiterleitung auf die Startseite als Standardlösung, das verwässert sowohl die Nutzerführung als auch die SEO-Signale.
Als praktische Faustregel für die Durchführung: Je nach Komplexität lassen sich URLs gründlich prüfen, wenn Inventar und Daten bereits vorliegen. Quick Wins erkennt man meist sofort, das sind Seiten mit gutem Ranking, aber schwacher Klickrate, oder Seiten mit veraltetem Datum, aber ansonsten solidem Inhalt, der nur ein Update braucht.
Umsetzung planen: Zeitrahmen, Rollen und Quick-Win-Strategie
Ein Content Audit scheitert selten an der Methode, sondern an der Umsetzung danach. Eine klare Projektstruktur verhindert, dass die Ergebnisse in der Tabelle liegen bleiben.
Ein typischer Zeitrahmen für ein mittelgroßes Audit sieht so aus:
Kickoff und Zieldefinition: Zeit für Abstimmung und Scope einplanen. Crawl und Inventar: Zeit einplanen, je nach Website-Größe. Quantitative und qualitative Bewertung: ausreichend Zeit einplanen, abhängig von der Seitenzahl. 4. Priorisierung und Maßnahmenplanung: zwei bis drei Tage. Umsetzung: laufend und gegebenenfalls gestaffelt.
Für die Umsetzung braucht es klare Rollen: Ein Content Owner verantwortet inhaltliche Entscheidungen, eine SEO-Verantwortliche prüft technische und suchmaschinenrelevante Aspekte, Entwickler setzen Redirects und technische Änderungen um, und eine Projektleitung hält den Zeitplan zusammen. Ohne diese Zuordnung bleiben viele Maßnahmen unbearbeitet, weil sich niemand konkret zuständig fühlt.
Bei begrenzten Ressourcen lohnt sich die Quick-Win-Strategie: Zuerst die Snippet-Optimierungen und einfachen Updates umsetzen, danach die aufwendigeren Überarbeitungen und Zusammenführungen angehen. So entsteht früh sichtbarer Fortschritt, der das Projekt intern trägt.
Profi-Tipp: Planen Sie nach dem Audit zunächst ausschließlich Quick Wins ein, sichtbare frühe Erfolge erleichtern die Freigabe für die aufwendigeren Maßnahmen später.
Perspektive: Wie wir Content Audits bei Urbanee angehen
Wir arbeiten bei Content Audits datengetrieben: Jede Priorisierungsentscheidung stützt sich auf konkrete Messwerte statt auf Bauchgefühl, und die technische Umsetzung, Redirects, Zusammenführungen, Snippet-Anpassungen, folgt direkt im Anschluss an die Bewertung.
Externe Unterstützung lohnt sich besonders bei größerem Umfang, bei technisch anspruchsvollen Redirect-Strukturen, die Entwicklerwissen voraussetzen, oder wenn Automatisierungen und Integrationen die Datenzusammenführung beschleunigen sollen. In solchen Fällen übernehmen wir die komplette Spannbreite von Crawl bis Umsetzung, statt nur einzelne Teilschritte zu liefern.
Was ein gutes Audit wirklich ausmacht
Die größte Schwäche vieler Content Audits liegt nicht in der Datenerhebung, sondern im Umgang mit den Ergebnissen. Tabellen mit Hunderten bewerteter URLs entstehen regelmäßig, Umsetzungen danach bleiben die Ausnahme. Das liegt selten an fehlendem Wissen, sondern an fehlender Priorisierung und fehlenden Verantwortlichkeiten.
Unterschätzt wird außerdem die qualitative Bewertung. Viele Audits stützen sich fast ausschließlich auf Traffic-Zahlen und übersehen dabei Seiten mit wenig Besuchern, aber hoher strategischer Relevanz, etwa für eine neue Zielgruppe oder ein aufkommendes Thema. Zahlen zeigen, was war, nicht zwangsläufig, was wichtig wird.
Unsere Einschätzung: Wer nur eine Sache aus diesem Prozess mitnimmt, sollte es die Priorisierungsmatrix sein. Eine lückenlose Tabelle ohne klare Reihenfolge der Maßnahmen bringt wenig, eine grobe, aber konsequent abgearbeitete Prioritätenliste bringt messbar mehr.
— URBANEE
Unterstützung bei der Umsetzung Ihres Content Audits
Ein sauberes Audit ist die halbe Arbeit, die andere Hälfte ist die technische und strategische Umsetzung danach, Redirects, Überarbeitungen, Zusammenführungen, neue Snippets. Genau hier unterstützen wir als Digitalagentur mit Sitz in Berlin.

Unser Leistungsumfang für ein Content Audit umfasst:
- Vollständigen Crawl, Inventar und Datenanalyse aus GA4 und SEO-Tools.
- Priorisierung nach Wirkung und Aufwand mit klarer Maßnahmenliste.
- Technische Umsetzung: Redirects, Zusammenführungen, strukturelle Anpassungen.
- Begleitung bei der Content-Überarbeitung, etwa nach den Prinzipien unserer Content-Erstellung.
Unser Vorgehen startet mit einem Erstgespräch, in dem wir Umfang und Ziele klären, danach folgt ein Festpreisangebot und die Umsetzung in klar abgegrenzten Phasen. Wer den eigenen Content-Bestand systematisch bewerten und anschließend sichtbar verbessern möchte, findet unseren vollständigen Urbanee.
FAQ
Welche drei Arten von Audits gibt es?
Im Marketing-Kontext unterscheidet man meist zwischen Content Audit, SEO-Audit und technischem Website-Audit. Der Content Audit bewertet Inhalte, der SEO-Audit konzentriert sich auf Rankingfaktoren und Sichtbarkeit, der technische Audit prüft Ladezeiten, Struktur und Indexierbarkeit. In der Praxis überschneiden sich diese Bereiche oft, besonders bei der quantitativen Datenerhebung.
Was versteht man unter Content?
Content bezeichnet alle Inhalte, die auf einer Website oder in einem Kanal veröffentlicht werden, Texte, Bilder, Videos oder interaktive Elemente. Im Rahmen eines Content Audits zählen dazu typischerweise Blogartikel, Landingpages, Produktseiten und Kategorieseiten. Entscheidend ist, dass jeder Inhalt einem Zweck dient, informieren, überzeugen oder verkaufen.
Was sind SEO-Audits?
Ein SEO-Audit prüft, wie gut eine Website für Suchmaschinen aufgestellt ist, von technischen Faktoren wie Ladezeit und Indexierbarkeit bis zu inhaltlichen Faktoren wie Keyword-Abdeckung und Snippet-Qualität. Er überschneidet sich häufig mit einem Content Audit, weil Inhalte einen zentralen Rankingfaktor darstellen. Der Unterschied liegt im Fokus: Ein SEO-Audit betrachtet primär die Sichtbarkeit, ein Content Audit primär die inhaltliche Qualität.
Was wird im Audit gemacht?
Ein Content Audit umfasst die Erstellung eines vollständigen Inventars aller Inhalte, die Analyse quantitativer Daten wie Traffic und Interaktionsrate, eine qualitative Bewertung nach Kriterien wie Aktualität und Relevanz, sowie die Priorisierung und Planung konkreter Maßnahmen. Am Ende steht eine Liste mit Aufgaben wie Löschen, Überarbeiten oder Zusammenführen, sortiert nach Wirkung und Aufwand.
Wie oft sollte ein Content Audit durchgeführt werden?
Ein vollständiges Content Audit empfiehlt sich mindestens einmal jährlich, bei schnell wachsenden Websites oder häufigen strategischen Änderungen auch halbjährlich. Zwischen den großen Durchläufen reichen kleinere, themenbezogene Checks für einzelne Content-Bereiche wie den Blog oder die Produktseiten.
Quellen
- Anleitung & Beispiele: Content Audit für überzeugende Inhalte
- GA4 Interaktions- und Absprungrate - Google Analytics-Hilfe
